Kurs Woche 1  - Mein Ziel

Hast Du Dich schon mal morgens auf die Waage gestellt und mit Schrecken entschieden: "Ich muss abnehmen!"? Viele denken, sie haben damit schon ein Ziel formuliert. Doch dies ist ein Entschluss oder die Formulierung einer Absicht  und keine Zielformulierung. Ein Ziel gibt Dir bei allem was Du tust Entscheidungshilfe.

"Und als sie ihre Ziele aus den Augen verloren hatten, verdoppelten sie ihre Anstrengungen." Mark Twain

Nehmen wir Christian. Er war in der komfortablen Situation ohne Druck einen neuen Job suchen zu können, da er eine nette Abfindung als Sicherheit aus dem letzten Arbeitsverhältnis im Rücken hatte. Sein vermeintliches Ziel "ich brauche einen neuen Job" führte zu Frust und Selbstzweifeln. Headhunter umschwirrten ihn, doch ein Job nach dem anderen flog aus dem Raster.

Was ihm fehlte, war ein klares Ziel, wie er sich seine Zukunft ausmalte. Wie sollte der Job sein, der ihn zufrieden macht? Wo wollte er hinziehen, damit auch sein soziales Umfeld stimmte? Und, und, und... Fragen, die er sich gar nicht gestellt hatte.

Bevor wir also im Entferntesten daran denken, Deiner Marke auf die Spur zu kommen, werden wir uns jetzt um Deine Zielformulierung kümmern. "Nicht doch", wirst Du jetzt denken. "Ich mag mich damit nicht auseinander setzen und das kostet doch soviel Zeit", oder der Klassiker: "das ergibt sich schon".

 

Zeit, die Du in die Planung investierst, gewinnst Du später mehrfach wieder zurück. Glaube mir, ich habe das selbst ausprobiert und viel Zeit und Geld verloren, weil ich zu bequem, beschäftigt und zu ahnungslos war, um mir korrekte Ziele zu setzen. Also sei klüger und lerne aus meinen Fehlern!

 

Damit Du Deine Ziele effektiv und vor allem effizient formulierst, empfehle ich Dir nach dem SMART-Konzept zu arbeiten.

SMART ist ein Akronym  für  „Specific Measurable Accepted Realistic Timely“. Es wird im Projektmanagement dafür verwendet, Ziele im Rahmen einer Zielvereinbarung eindeutig zu definieren. Und Deine Marke zu definieren ist ein Projekt.

 

Übersetzen wir die fünf Bedingungen mal ins Deutsche, damit wir etwas damit anfangen können:

  • S

    Specific = spezifisch

    Ziele werden so präzise wie möglich definiert, damit es keinen Interpretationsspielraum gibt.
    Was genau will ich erreichen?

  • M

    Measurable =Messbar

    Ziele müssen messbar und damit ihr Erfolg/Gelingen überprüfbar sein.
    Woran erkenne ich, dass ich mein Ziel erreicht habe?

  • A

    Accepted/Attractive= Akzeptiert/Attraktiv

    Nur ein Ziel, das akzeptiert wird und attraktiv erscheint, wird auch umgesetzt.
    Was motiviert mich an dem Ziel?

  • R

    Realistic =Realistisch

    Nur Ziele, die erreichbar, also realistisch sind, werden umgesetzt und erreicht.
    Wozu will ich das Ziel erreichen?

  • T

    Timely= Terminierbar

    Jedes Ziel braucht eine klare Terminvorgabe, bis wann ein Ziel erreicht sein muss.
    Dies dient auch der Überprüfbarkeit.
    Wann erreiche ich mein Ziel?

Beispiel Ziel:

“Ich möchte meine Marke formulieren, um mich besser zu vermarkten und meine Karriere voranzubringen.”

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Spezifisch

Was genau will ich erreichen?

Hier herrscht der Grundsatz: Investiere Zeit in die Vorbereitung für einen reibungslosen Ablauf.

Spezifische Ziele zu vereinbaren heißt, Klarheit darüber herzustellen, was Du willst. D.h. ein Ziel so detailliert wie möglich zu formulieren.

Formulierst Du Ziele nämlich zu vage, fehlt Dir die nötige Motivation und der Fokus auf die Zielerreichung, das schafft Unsicherheit. Formuliere Deine Ziele möglichst so, dass sein Erreichen von niemand außer Dir selbst abhängig ist. In Karriere-Fragen ist das nicht immer möglich.

Die folgenden offenen Fragen helfen Dir bei der Zielformulierung:

  • Was genau wil ich erreichen?

    Beschreibe das Endergebnis so genau wie möglich. Ein individuelles Ziel wird viel eher erreicht als ein generelles.

  • Warum ist es für mich wichtig, dieses Ziel zu erreichen?

    Was sind Deine persönlichen Gründe, weshalb dieses Ziel für Dich wichtig ist? Wie verändert sich Dein Leben zum Positiven, wenn Du dieses Ziel erreicht hast?

  • Wie werde ich es erreichen?

    Was wirst Du alles unternehmen müssen, um dieses Ziel zu erreichen? Hier sind besonders handlungsorientierte Verben wie „koordinieren“, „entwickeln“, „planen“, „bauen“, „untersuchen“,.. zu verwenden.

  • Wer ist alles involviert?

    Möchtest Du etwas nur für Dich selbst oder aber auch für andere erreichen? Wer ist betroffen?

  • Wann werde ich es tun?

    Mach Dir einen Zeitplan, wann Du die Maßnahmen für das Ziel umsetzen kannst. Was kannst Du wann für die Zielerreichung tun?

Damit Dich Dein Ziel immer wieder motiviert und zu Taten anspornt, male Dir es so bildhaft wie möglich aus. Erlebe es mit all Deinen Sinnen. Du musst es regelrecht sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen können. Je spürbarer es ist, desto konkreter ist es auch.

 

Beispiel:

Ein vages Ziel wäre zum Beispiel: „Ich möchte mich besser vermarkten.”

Ein spezifisch formuliertes Ziel würde hingegen so aussehen:

  • Was?

    Ich möchte lernen, mich besser zu vermarkten,

  • Warum?

    um meine Karriere voranzubringen. Meine Chefs sollen mich für meine Leistungen wahrnehmen und mich für Projekte vorschlagen.

  • Wie?

    Dafür möchte ich meine Marke formulieren.

  • Wer?

    Ich werde einen Marken-Coach engagieren, der mir dabei hilft.

  • Wann?

    Ich habe eine Stunde die Woche Zeit für ein Coaching und kann jeden Tag 30 min für die Umsetzung einplanen.

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Messbar

Woran erkenne ich, dass ich mein Ziel erreicht habe?

Du möchtest Urlaub in New York machen. Sobald Du auf dem New Yorker Flughafen gelandet bist, weisst Du, das erste Etappenziel ist erreicht und die nächste Herausforderung kann angegangen werden. Z.B. von Flughafen in die Stadt zu kommen.

Motivation erlangst Du dadurch, Deine Erfolge im ganzen und in Teiletappen zu erkennen. Mache Dein Ziel dafür messbar.  Das bedeutet Werte festzulegen, an denen man sich orientieren kann. Wähle dafür objektive Kriterien, die mit Tatsachen messbar sind.

Denn nur wenn Du Deinen Fortschritt messen kannst, weisst Du, ob Du Dich Deinem Ziel näherst oder vom Weg abgekommen bist.

Beispiel :

 

Nicht messbar

Ich will sportlicher werden.
Ich will mehr lesen.
Ich fühle  mich fit.

Messbar

Ich will 10 Kilometer in weniger als 45 Minuten laufen.
Ich lese jeden Tag 50 Seiten. -  Ich lese jeden Tag einen Artikel. - Ich lese jeden Tag ein Kapitel.
Das Belastungs-EKG beim Arzt zeigt eine positive Verbesserung, die Ergebnisse haben sich um x Prozent verbessert.

 

Ziele werden oft nicht erreicht, weil Überforderung uns daran hindert. Das große Ganze zu sehen kann bisweilen auch Angst machen. Also teile Dir Dein Ziel in Etappen auf. Etappenziele sind wichtig für die Erfolgskontrolle und für den regelmäßigen Erfolg. Damit vermeidest Du Erfolgsdurststrecken und bleibst Deinem übergeordneten Ziel treu.

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Akzeptiert/Attraktiv

Was motiviert mich an dem Ziel?

Hier gilt der Grundsatz. Was Du wirklich willst, schaffst Du auch!

Wie lange hast Du eine Diät durchgehalten, weil Schatzi gesagt hat, dass Du unbedingt abnehmen musst? Wenn Du aber wieder in Deine Lieblingsjeans passen willst,  dann ist die Chance größer, dass Du durchhältst. Ein Ziel ist akzeptierbar und attraktiv, wenn Du es für Dich tust, wenn das Ziel Dein eigenes ist und Dir wichtig ist. Das ist reine Psychologie. So verankert sich Dein Ziel auch im Unterbewusstsein und das stärkt Dich bei der Erreichung Deiner Ziele.Was motiviert DICH? Was treibt Dich an. Ein Ziel erreichst Du nur, wenn sich der Aufwand dafür lohnt.

Ich nehme ab weil:

  •  mein Partner mich sonst verlässt
  •  der nächste Herzinfarkt tödlich wird
  •  ich im Sommer dieses Kleid tragen möchte

 

Bitte beachte dabei, dass Du Dich nicht überforderst. Der Aufwand sollte nicht höher sein, als das Ziel wert ist. Wäge das vorher ab und justiere Deine Ziele ggf. neu. Sich ein Magenband anlegen zu lassen, um in die Jeans von vor 20 Jahren wieder reinzupassen, ist den Preis nicht wert.

Es gibt drei Wege, wenn der Aufwand das Ziel übersteigt

  •  Du korrigierst den Aufwand nach unten und setzt Dir ein niedrigeres Ziel
  •  Du setzt Deine Ziel höher an, damit sich die Anstrengungen lohnen
  •  Du setzt Dir ein anderes Ziel, weil es unrealistisch ist

Beispiel:

Fremdes Ziel

Der Arzt hat gesagt, ich muss abnehmen, weil ich sonst krank werde.

Eigenes Ziel

Ich will abnehmen, weil ich gesund bleiben will.

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Realistisch

Wozu will ich das Ziel erreichen?

Was ist ein realistisches Ziel frage ich Dich? Das kommt auf Dich an.
Ein Fallschirmsprung aus dem All, ist das realistisch? Nur für einen Menschen auf dieser Welt war das ein realistisches Ziel. Für Felix Baumgartner, der dafür 2013 einen Laureus Award gewann.
Messe Dich bei der Bewertung Deiner Ziele nicht an anderen. Sondern frage Dich, wozu Du dieses Ziel erreichen willst. Daraus leitet sich ab, ob es auch realistisch ist, das umzusetzen.

 

Nimm es hier wie Henry Ford:
„Ob Du glaubst Du kannst es oder ob Du glaubst Du kannst es nicht: Du hast immer Recht“.

 

Also setz Dir ein Ziel, dass Du mit den Mitteln und Ressourcen, die Dir zur Verfügung stehen, auch erreichen kannst. Sei dabei ehrlich zu Dir selbst. Ergibt die Analyse Deiner Fähigkeiten, Deines Wissens und der nötigen Ressourcen Schwächen, die Dich beim erreichen Deines Ziel hindern, dann ist das nächste Ziel, diese Schwächen zu beseitigen oder Alternativen zu finden.

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Terminiert

Wann erreiche ich mein Ziel?

Ziele ohne einen Zeitbezug zu formulieren, bringt Dich nicht weiter. Aufschieberitis wird Dich  einholen. Lege fest, wann genau Dein angestrebtes Soll-Ziel erreicht wird. Es ist der Zeitpunkt zu dem Du messen kannst, wie weit Du in Deinen Zielvorgaben vorangeschritten bist. Es ist sinnvoll auch die Zwischenetappen mit einem Termin zu versehen. Du verschaffst Dir somit Zeit, eventuelle Korrekturen durchzuführen. Auch hier gilt, der Zeitrahmen sollte angemessen sein und alle anderen Aufgaben in der Planung berücksichtigen.

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Zusammenfassung

Wie sieht also das vage Ziel „Ich möchte mich besser vermarkten.” SMART aus?

  • S

    Spezifisch

    Was genau will ich erreichen?
    Ich möchte lernen, mich besser zu vermarkten, um meine Karriere voranzubringen. Dafür werde ich mit einem professionellen Marken-Coach an meiner Marke arbeiten. Ich möchte einmal die Woche für eine Stunde mit dem Coach arbeiten und habe täglich 30 Minuten Zeit, an meiner Selbstvermarktung zu feilen.

  • M

    Messbar

    Woran erkenne ich, dass ich mein Ziel erreicht habe?
    Der Aufstieg in die nächste Gehaltsgruppe.

  • A

    Akzeptiert/Attraktiv

    Was motiviert mich an dem Ziel?
    Ich leite die nächsten zwei großen Projekte.

  • R

    Realistisch

    Wozu will ich das Ziel erreichen?
    Ich will endlich als Experte in meinem Fachgebiet wahrgenommen und eingesetzt werden.

  • T

    Terminierbar

    Wann erreiche ich mein Ziel?
    Innerhalb eines Jahres bin ich in die nächste Gehaltsgruppe aufgestiegen.

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Zusätzliche Tipps:

1) Formuliere Dein Ziel in der 1. Person

Schöner zu wohnen wäre schön.
Ich möchte in einer schöneren Wohnung wohnen.

2) Formuliere Dein Ziel positiv.

Ich will nicht mehr an Atemnot leiden, wenn ich 3 Stockwerke hochgegangen bin.
Ich erreiche den dritten Stock und habe noch Luft.

3) Formuliere Dein Ziel so, als wenn Du es schon geschafft hättest.

In drei Monaten will ich drei Mal pro Woche 30 Minuten joggen gehen.
Ich gehe seit drei Monaten drei Mal pro Woche 30 Minuten joggen.

4) Das Ziel immer vor Augen

Zwischen meinen Kundenterminen verbringe ich meine Zeit am Schreibtisch. Dort habe ich mir einen Post-it hin geklebt, auf dem die Frage steht: "Bringt mich das, was ich gerade tue, meinen Zielen näher?" Es wird Dich dabei unterstützen das Sinnvolle von dem zu unterscheiden, was man gemeinhin als Verzetteln bezeichnet.

Jetzt bist Du dran. Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Formulierung Deines Ziels!

 

Deine Carmen